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Saftkuren – darum solltest Du sie nicht mehr machen!

Ein Artikel von Dariusz Wiese – Autor bei Thomas Bluhm und Fitnessexperte

Jemand aus Deinem Bekanntenkreis hat Dir empfohlen, eine Saftkur (bzw. Saftfasten) zu machen?

Hast Du schonmal entsprechende Angebote für Saftkuren gesehen, die versprechen, dass Du damit super schnell und einfach abnehmen kannst?

Möchtest Du eine Saftkur machen, um Deinen Körper zu reinigen und nebenbei etwas Gewicht zu verlieren?

Eins ist klar: Die wenigsten machen eine Saftkur deshalb, weil sie kein Spaß am Essen haben. Die meisten Menschen nutzen es als Detox zur Entgiftung ihres Körpers oder zum schnellen Abnehmen.

Doch sind Saftkuren wirklich so effektiv?

Funktionieren Saftkuren wirklich zum Abnehmen und kann man damit tatsächlich so gut entgiften, wie es oftmals versprochen wird?

Möglicherweise gehören Saftkuren schon längst zum alten Eisen und es gibt inzwischen viel bessere Alternativen, um die gleichen Ziele zu erreichen.

Neugierig? Ich verrate es Dir.

Warum sind Saftkuren so beliebt?

Saftkur

Obst hat nicht umsonst ein gutes Image – in seiner reinen Form ist es selbstverständlich natürlich und gesund.

Und so sehnen sich viele – gerade nach den Schlemmereien zur Weihnachtszeit – oftmals besonders zum Jahresanfang nach gesunden Lebensmitteln und danach, ihren Körper mal so richtig zu entgiften.

Obst und Gemüse haben durch die enthaltenen Ballaststoffe und zahlreichen Vitamine sowie wertvollen Nährstoffe tatsächlich das Zeug dazu, dem Körper Gutes zu tun.

Das Prinzip hinter einer Saftkur ist daher super simpel: Du trinkst über einen gewissen Zeitraum ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte, um Gewicht zu verlieren und schädliche Giftstoffe aus Deinem Körper zu verbannen.

Die Dauer der Saftkur ist dabei sehr unterschiedlich – die Spannweite liegt ungefähr zwischen 3 Tagen und 3 Wochen.

Wenn Du nicht gerade auf fertige Säfte zurückgreifst, gehört zu einer Saftkur selbstverständlich das regelmäßige Entsaften dazu. Hierbei wird das Obst und Gemüse ganz in einen entsprechenden Entsafter gegeben und das flüssige Detox-Mittel kommt heraus.

Allerdings enthält ein Frucht- oder Gemüsesaft viel weniger Ballaststoffe als die ganze Frucht oder das Gemüse.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass das „Weniger“ an Ballaststoffen, es dem Körper erleichtert, die Vitamine und Nährstoffe aufzunehmen. Andere wiederum bezweifeln das (1, 2, 3).

Wenn Du Dich nun über einen längeren Zeitraum ausschließlich von Säften „ernährst“, wirst Du feststellen, dass Du schneller Hunger hast. Das liegt daran, dass Ballaststoffe langanhaltend sättigen. Fehlen sie, ist das Gegenteil der Fall.

Saftkuren sind mit Sicherheit besonders beliebt, weil sie eine schnelle Gewichtsabnahme und ein gutes Körpergefühl versprechen.

Außerdem werben viele Prominente für diverse Saftkuren und das Marketing ist wirklich gut gemacht – es funktioniert.

Vorteile von Saftkuren

Saftkur_Vorteile

Es ist sicherlich auch für Dich kein Geheimnis, dass die meisten Menschen heutzutage – vor allem in der westlichen Welt – viel zu viele verarbeitete Lebensmittel zu sich nehmen.

Diese Lebensmittel enthalten zu viel

  • Salz
  • Zucker
  • schlechte Fette
  • minderwertiges Fleisch
  • Süßstoffe (4).

Studien haben ergeben, dass der Verzehr von stark verarbeiteten Lebensmitteln über die vergangenen 20 Jahre drastisch gestiegen ist, während der Verzehr von wenig verarbeiteten bzw. natürlichen Lebensmitteln stetig sinkt (5).

Stark verarbeitete Lebensmittel weisen eine sehr hohe Energiedichte auf – das klingt besser als es ist, denn diese besteht aus:

  • Zucker
  • Fett
  • Salz
  • „hohle“ Kohlenhydrate.

Und all diese Faktoren stehen im direkten Zusammenhang mit wirklich ernsten Gesundheitsproblemen.

In 43 Studien hat man herausgefunden, dass

  • Herzkrankheiten
  • Gewichtszunahme
  • Diabetes Typ 2
  • Krebs und
  • Depressionen

die Folge sein können, wenn man nicht auf die Warnsignale hört (6).

Befürworter der Saftkuren versprechen genau deshalb, dass Säfte das Gegenteil bringen und bei einer guten Nährstoff- und Vitaminversorgung helfen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es auf diese Weise viel leichter ist, seine tägliche Obst- und Gemüseportion in den Körper zu bekommen. Ansonsten muss man den ganzen Tag daran denken und hat es abends – wer kennt es nicht – dann doch vergessen.

Saftkuren und die Gesundheit

Saftkur_Gesundheit

Natürliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse enthalten viele gesunde Nährstoffe, die das allgemeine Wohlbefinden steigern und Dich vor zahlreichen Krankheiten schützen können.

Nahezu nirgends wird sich ein höherer Anteil an

  • Antioxidantien
  • antibakteriellen Eigenschaften und
  • Immun-Boostern

finden (7, 8).

Gemüsesäfte können sogar Studien zufolge dabei helfen, einen erhöhten Blutdruck und Cholesterin zu senken (9).

Und dennoch ist es nicht notwendig, Obst und Gemüse als Säfte zu trinken, um von diesen positiven Eigenschaften zu profitieren.

Saftkur zum Abnehmen

Saftkur_Abnehmen

Saftkuren zum Abnehmen sind Dir mit Sicherheit bekannt, oder?

Und tatsächlich kann es sein, dass jemand aus Deinem Bekanntenkreis damit abnehmen konnte. Denn die hohe Anzahl an gesunden Nährstoffen und Vitaminen hat Einfluss auf die Darmflora.

Eine gesunde Darmflora wiederum steht im direkten Zusammenhang mit Gewichtsverlust.

In einer kleinen 3-tägigen Studie, bei der die 20 Probanden sich lediglich von Säften ernährt haben, führte die Kur tatsächlich zu einer Gewichtsreduktion. Das Gewicht hielt sich außerdem auch nach dem Ende der Studie (10).

Die Wissenschaftler schlussfolgerten daraus, dass das an den gesunden Darmbakterien liege. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass es schlichtweg an den wirklich niedrigen Kalorien lag, die sie zu sich nahmen.

Außerdem sollte immer im Blickfeld bleiben, dass viele positive Studien zu Saftkuren von den Unternehmen oder der Industrie selbst beauftragt werden. Es ist daher sehr schwierig herauszufinden, wie viel an den Ergebnissen dran ist.

Wenn du über 40 bist und abnehmen möchtest, dann:

  1. Höre auf dich nur von Obst und Gemüse zu ernähren!
  2. Höre auf mit teuren Pillen, Pulvern und Kuren!
  3. Höre auf zu hungern!

Befolge stattdessen diesen:

=> PDF-Abnehmplan (drucke ihn aus)

Saftkuren als Detox

Saftkur_Detox

Leider gibt es zu wenige verifizierte wissenschaftliche Forschungen zum Thema „Detox mit Saftkuren“.

Obwohl einige bekannte Saftkuren positive Ergebnisse auf das Entgiften der Leber zeigten, gibt es leider immer noch zu wenig davon und viele wurden an Tieren getestet, was nicht immer 1:1 auf den Menschen übertragbar ist.

Die wissenschaftliche Lage ist hier also noch etwas mager, um fundiert behaupten zu können, dass Saftkuren effektiv beim Entgiften helfen können.

Unser Körper ist selbst ein Meister des Entgiftens – denn er hat sein eigenes System aus:

  • Leber
  • Nieren
  • Lungen
  • Haut
  • Magen-Darm-Trakt.

Diese arbeiten rund um die Uhr, um Giftstoffe effektiv aus Deinem Körper zu transportieren und Dich am Leben zu erhalten – ihre größte Aufgabe.

Du kannst Deinen Körper bestmöglich dabei unterstützen, indem Du bei Deiner Ernährung grundsätzlich auf

  • natürliche Lebensmittel
  • möglichst pflanzliche Ernährung
  • Hülsenfrüchte
  • Obst
  • Gemüse und
  • Vollkorn

bei gleichzeitig regelmäßiger Bewegung setzt.

Saftkuren für die Hautgesundheit

Saftkur_Hautgesundheit

Eine Studie hat ergeben, dass Säfte aus Zitrusfrüchten tatsächlich oxidativen Stress verhindern können, der die Haut schneller altern lässt (11).

Granatapfelsaft hat außerdem ähnlich hervorragend abgeschnitten – er bewahrt Dich vor Anzeichen der Hautalterung (12).

Auch diese Studien wurden allerdings mit Tieren durchgeführt, was nicht zwangsläufig auf den Menschen schließen lässt aber dennoch Hoffnung gibt.

Nachteile von Saftkuren

Saftkur_Nachteile

Die meisten Menschen, die eine Saftkur machen, essen dabei nichts anderes – kein Wunder, denn genau so wird es einem ja gesagt.

Doch dabei besteht die Gefahr, nicht genügend Energie über den Tag aufzunehmen, was zur Verschlechterung des Wohlbefindens führen kann.

Stell Dir mal vor, wie es wäre, wenn Du Dich 12 Tage lang ausschließlich von Säften ernähren sollst.

  • Müdigkeit,
  • Konzentrationsschwierigkeiten,
  • verminderte Aufmerksamkeit,
  • Kopfschmerzen

sind mögliche Folgen, die wohl bei den meisten auch tatsächlich auftreten.

Außerdem wirst Du Dich deutlich weniger satt fühlen und Hunger haben, denn durch die wenigen aufgenommenen Lebensmittel fehlen Dir Ballaststoffe.

Das könnte sogar dazu führen, dass Du über den Tag verteilt insgesamt viel zu viel Saft und somit auch Zucker sowie Fruchtsäure zu Dir nimmst.

Dein Magen wird vielleicht nicht gerade begeistert sein.

Saftkuren können zu Essstörungen führen

Saftkur_Essstoerung

Du solltest Saftkuren nicht auf die leichte Schultern nehmen – vor allem wenn Du zu diversen Essstörungen neigst (13). Denn das kann man auch mit einer vermeintlich gesunden Ernährung.

Eine lange Saftkur könnte Deine Beziehung zum Essen negativ beeinflussen – das Risiko sollte bei einer kurzen Saftkur selbstverständlich nicht bestehen. Dennoch solltest Du das im Hinterkopf behalten.

Kuren und Diäten die andere Lebensmittel vollständig ausschließen führen leider viel zu häufig dazu, manche Lebensmittel als „gut“ und andere als „schlecht“ anzusehen.

Viel gesünder ist es, sich ausgewogen und vielfältig zu ernähren – so mag es unser Körper am liebsten. Eine Saftkur ist eine sehr einseitige Form der Ernährung.

Saftkuren Alternativen

Saftkur_Alternativen

Saftkuren sind nicht für jedermann geeignet und es gibt deutlich bessere Wege, um sich problemlos gesünder zu ernähren, abzunehmen und auch zu entgiften.

Denn egal wie man dazu steht, eins steht fest: Du kannst eine Saftkur nicht ewig machen. Und somit eignet sie sich nicht für eine langfristige Ernährungsumstellung sowie einen gesunden, ausgewogenen Lebensstil.

Probiere stattdessen lieber Folgendes:

  1. Reduziere Deinen Zuckerkonsum und setze auf ballaststoffreiches Essen – gerne auch mit ganzem Obst oder Gemüse. Allerdings immer mehr Gemüse als Obst, da es viel weniger bis gar keinen Zucker enthält.
  2. Wenn Du Dein Essen gerne trinkst – trinke Smoothies. Diese enthalten mehr Ballaststoffe.
  3. Vermeide stark verarbeitete Lebensmittel und ersetze sie durch gesunde Produkte. Führe eine Obst- oder Gemüseportion täglich ein und lasse es zum alltäglichen Ritual werden.
  4. Wenn Du gerne aus Emotionen heraus isst, reflektiere Deine Trigger-Punkte, suche Dir Hilfe und behandele sie. Das krampfhafte Essen wird die Probleme nicht lösen und führt womöglich zu weiteren.
  5. Achte bewusst auf Dein Hungergefühl. Hast Du wirklich Hunger? Oder ist es nur der Appetit der sich meldet? Vielleicht ja auch nur Lust auf etwas Süßes? Iss nur dann, wenn Du wirklich Hunger hast und achte dabei auf normale Portionen. Wenn Du satt bist, stelle den Teller weg – egal wie viel noch drauf ist.
  6. Hast Du bereits eine Essstörung? Suche Dir Hilfe statt nach einer neuen Diät.
  7. Gemüse überall. Fülle Deinen Teller immer mindestens zur Hälfte mit Gemüse, bevor Du weitere Zutaten darauf tust. Hast Du Hunger auf einen Snack? Mache Dir Gemüsesticks.
  8. Magst Du kein Gemüse? Schaue Dich nach leckeren Rezepten um und probiere, ob Du es auf diese Weise gerne magst. Manchmal braucht es nur eine leckere, gesunde Sauce, ein Hummus oder vielleicht auch andere Form (püriert, als Sticks, kalt, warm, aus dem Ofen, gekocht, gebraten, usw.). Probier’s mal aus!

Fazit

Saftkur_Fazit

Wir sind uns einig: Eine ausgewogene Ernährung besteht aus vielen, ganzen und vor allem natürlichen Lebensmitteln. Diese liefern Dir ausreichend Nährstoffe, Vitamine und sorgen für Dich und Deine Gesundheit.

Säfte können also eine Variante sein, wie Du Dein Obst- und Gemüsehaushalt über den Tag verteilt auffüllst – sollten aber niemals Deine Ernährung ausmachen oder – noch schlimmer – ganz ersetzen!

Die Effektivität diverser Saftkuren konnte mittels wissenschaftlicher Untersuchungen noch nicht zureichend bestätigt werden. Wir wissen nur das, was wir wissen.

Was allerdings bekannt ist ist, dass Ballaststoffe wichtig für unser Sättigungsgefühl und die allgemeine Gesundheit sind.

Saftkuren sind definitiv nicht für Jedermann und können zu ernsthaften Essstörungen führen.

Gute Nachrichten! Du kannst mit anderen Methoden Deine Gesundheit fördern und an Gewicht verlieren.

Reduziere hierfür ganz einfach Deinen Zuckerkonsum, streiche stark verarbeitete Lebensmittel, iss mehr Gemüse und Obst und ganz wichtig: Genieße Dein Essen!

So ist es sowieso viel leckerer,

Dariusz

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